Samstag, 16. Mai 2015

Die größten Silberproduzenten 2014


Größter Silberproduzent der Welt ist bereits seit mehreren Jahren Mexiko. Die 20 größten Förderländer entnehmen Sie der folgenden Tabelle:

Die 20 größten Silberproduzenten 2014
Rang
Land
Fördermenge 2013 in Tonnen
Fördermenge 2014 in Tonnen

1
Mexiko
5.822,6
5.999,9

2
Peru
3.716,9
3.779,1

3
China
3.595,6
3.567,6

4
Australien
1.841,3
1.847,5

5
Chile
1.219,3
1.573,8

6
Bolivien
1.281,5
1.343,7

7
Russland
1.427,6
1.334,3

8
Polen
1.169,5
1.262,8

9
USA
1.038,9
1.169,5

10
Argentinien
774,5
905,1

11
Guatemala
279,9
858,5

12
Kasachstan
609,6
544,3

13
Kanada
647,0
482,1

14
Schweden
335,9
395,0

15
Marokko
255,0
276,8

16
Indien
332,8
261,3

17
Indonesien
255,0
239,5

18
Türkei
186,6
205,3

19
Dominikanische Republik
87,1
140,0

20
Armenien
105,8
115,1


Südafrika ist seit 2013 nicht mehr unter den Top-20 zu finden.

Siehe auch: Das Edelmetall-Buch

Freitag, 17. April 2015

Radioaktives Iridium-192 gestohlen


Wie gestern von Agenturen gemeldet wurde, ist bereits am Montag in Cardenas im mexikanischen Bundesstaat Tabasco radioaktives Iridium-192 gestohlen worden. Der Kontakt mit diesem Material kann bereits nach wenigen Minuten zu Gesundheitsschäden und bei längerer Dauer zum Tod führen.

Normalerweise tritt Iridium mit den Atomgewichten 193 (Häufigkeit 62,7 Prozent) oder 191 (37,3 Prozent) auf und ist ein nicht-radioaktives Edelmetall. Das Kernisomer Iridium-192 eignet sich wegen seiner Gammastrahlung für die Durchstrahlungsprüfung, also die "zerstörungsfreie Werkstoffprüfung zur Fehleraufdeckung im Inneren von Bauteilen, insbesondere an Schweißnähten von Blechen, Rohren und Behältern" (Wikipedia).

Mittwoch, 4. März 2015

Mehrwertsteuer auf Goldmünzen


Meist sind Münzen und Barren aus Gold nach § 25c UStG (Besteuerung von Umsätzen mit Anlagegold) von der Mehrwertsteuer befreit. Absatz 2 lautet:

"Anlagegold im Sinne dieses Gesetzes sind:

1. Gold in Barren- oder Plättchenform mit einem von den Goldmärkten akzeptierten Gewicht und einem Feingehalt von mindestens 995 Tausendstel;

2. Goldmünzen, die einen Feingehalt von mindestens 900 Tausendstel aufweisen, nach dem Jahr 1800 geprägt wurden, in ihrem Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und üblicherweise zu einem Preis verkauft werden, der den Offenmarktwert ihres Goldgehalts um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt."

Liegt der Sammlerwert einer Goldmünze also um mehr als 80 Prozent über dem Goldpreis, dann wird der volle Mehrwertsteuersatz erhoben.

Anlagegold ist von der Mehrwertsteuer befreit, wenn die Goldmünzen in einem EU-Amtsblatt gelistet sind. Im aktuellen Verzeichnis der Goldmünzen für das Jahr 2014 des Bundesministeriums der Finanzen in Berlin vom 26. Mai 2014 finden sich unter anderem folgende Münzen:

Deutschland: diverse Werte in DM, Euro und Mark

Österreich: diverse Werte in Corona, Euro, Florin und Schilling

Schweiz: 10, 20, 50, 100 Francs

Freitag, 27. Februar 2015

Kurzfilm der Bundesbank über ihre Goldreserven


Angesichts der vielen Gerüchte über womöglich nicht existierende Bestandteile der deutschen Goldreserven ist die Deutsche Bundesbank in die Offensive gegangen und hat gestern (am 26. Februar) einen Kurzfilm veröffentlicht. Auf ihrer Website heißt es dazu: "Der rund achtminütige Film beantwortet die häufigsten Fragen zum Gold und gibt einen Überblick über die wichtigsten Fakten: von der Entstehung der deutschen Goldreserven, über die Lagerung bis hin zu den heutigen Funktionen als Währungsreserve. Der Film zeigt auch Bilder aus den Goldtresoren und von den Goldverlagerungen."

Natürlich sieht man darin nur vorhandenes Gold und keines, welches fehlt. Sehenswert und interessant ist der Film dennoch. Hier gibt es den Link zum Film.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Gold: Angebot und Nachfrage 2014 (vorläufig)


Der Goldmarkt ist beträchtlichen Schwankungen unterworfen. Angebot und Nachfrage weisen von Jahr zu Jahr erhebliche Bewegungen auf. 2014 schloss nach ersten Zahlen des World Gold Council vom 12. Februar 2015 bei nahezu konstanter Produktion mit einem Überangebot von 354,6 Tonnen.

Die Minenproduktion stellte ihren Höchstwert von 2013 deutlich in den Schatten. Das gesamte Angebot stieg jedoch nur geringfügig, weil das Recycling aufgrund des gesunkenen Goldpreises (im Jahresdurchschnitt 1.266 US-Dollar pro Unze nach 1.411 Dollar in 2013) weiter abnahm.

Goldangebot in Tonnen
2011
2012
2013
2014
Effektive Minenproduktion
2.848,9
2.821,9
3.011,4
3.156,5
Recycling
1.649,4
1.633,7
1.262,0
1.121,7
Gesamt
4.498,3
4.455,7
4.273,4
4.278,2
Spätere Korrekturen der Angaben sind zu erwarten.
Goldnachfrage in Tonnen
2011
2012
2013
2014
Schmuckindustrie
1.975,1
1.999,3
2.384,6
2.152,9
Industrie und Zahnmedizin
451,7
415,4
408,2
389,0
Barren- und Münzhandel
1.513,4
1.347,3
1.765,4
1.063,6
ETF und ähnliche
185,1
279,1
-880,0
-159,1
Zentralbankkäufe (Saldo)
456,8
544,1
409,3
477,2
Gesamt
4.582,1
4.585,2
4.087,6
3.923,7
Lagerbestände, Sonstiges
-83,8
-129,5
185,9
354,6
Quelle: World Gold Council – Stand Februar 2015

Auf der Nachfrageseite gab es einen erneuten Rückgang – sowohl bei Barren und Münzen, als auch bei den Exchange Traded Funds (ETF). Die Schmuckindustrie verlor 10 Prozent, wobei das vierte Quartal 2014 besser lief als 2013. Ein Minus gab es nach dem Rekordjahr 2013 vor allem in China. Andere Industrien hatten ebenfalls einen geringeren Bedarf, was teilweise darauf zurückzuführen ist, dass teures Gold durch preiswertere Materialien ersetzt wird. In der Zahnmedizin hat sich außerdem die Qualität der verwendeten Keramiken deutlich verbessert. Dafür stockten Notenbanken ihre Goldreserven weiter auf und erreichten einen der höchsten Werte der letzten 50 Jahre, übertroffen nur von den Zukäufen 2012.

Montag, 9. Februar 2015

Warum erhöht die COMEX ihre Margen für Silber-Futures?


In letzter Zeit hat die COMEX wieder kräftig an der Margenschraube gedreht, obwohl der Silberpreis weitgehend auf der Stelle tritt. Was mag der Grund dafür sein? Wer eine Antwort weiß, darf mir gerne eine Mail schicken.

Die folgende Tabelle zeigt die letzten Anhebungen der Margen (Pflichteinlagen) für Terminkontrakte und den Silberpreis pro Feinunze am Tag der Ankündigung (London-Fixing). Zuletzt stiegen die Margen (initial und maintenance pro Silberkontrakt über 5.000 Feinunzen in US-Dollar) im Abstand von einer Woche:

Ankündigung
Preis US-$
initial
maintenance
09.10.2014
17,64
6.050
5.500
04.12.2014
16,42
7.150
6.500
29.01.2015
17,43
7.920
7.200
05.02.2015
17,00
8.470
7.700

Da drängt sich der Eindruck auf, dass der Silberpreis jedes Mal, wenn er den Kopf hebt, einen auf die Mütze bekommt. Schon in einem älteren Beitrag habe ich geargwöhnt, dass auf den Silberpreis Einfluss genommen werden soll. Oder gibt es eine andere Erklärung?

Montag, 2. Februar 2015

Jetzt sieben deutsche Raffinerien auf der LBMA Good Delivery List


Der wichtigste Markt für physisches Gold und Silber ist der London Bullion Market. Käufer und Verkäufer sind überwiegend Banken und andere institutionelle Investoren. Im März 2013 hatte ich darüber berichtet.

Am London Bullion Market gehandelte Barren stammen ausschließlich von Herstellern, welche bei der London Bullion Market Association (LBMA) zugelassen sind. Ihre Barren besitzen den Good-Delivery-Status, sind also quasi über jeden Zweifel erhaben. Die "LBMA Good Delivery List" – getrennt nach Gold- und Silberproduzenten – findet sich auf der LBMA-Website. In dieser Liste sind auch die registrierten Prägezeichen aller Hersteller beschrieben. Akkreditierte Hersteller müssen vom jeweiligen Metall (Gold oder Silber) in jedem der letzten drei Jahre eine Mindestmenge von 10 Tonnen Gold oder 30 Tonnen Silber produziert haben. Außerdem müssen sie Kontrollen der LBMA über sich ergehen lassen. 2014 kamen zwei deutsche Raffinerien hinzu.

Sieben deutsche Unternehmen (Stand Februar 2015) haben die LBMA-Zulassung, nämlich die Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt AG in Pforzheim, die Aurubis AG in Hamburg, die C. Hafner GmbH & Co. KG in Pforzheim (nur auf der Gold-Liste), die Heraeus Precious Metals GmbH & Co. KG in Hanau und seit dem 3. Juni 2014 die Heimerle + Meule GmbH in Pforzheim (ebenfalls nur auf der Gold-Liste). Auf der Silber-Liste kommen noch die Doduco GmbH in Pforzheim und seit dem 27. Januar 2014 die SAXONIA Edelmetalle GmbH in Halsbrücke hinzu.

Die ehemalige Degussa AG in Hanau wurde 2003 von der belgischen Umicore übernommen, welche unter ihrem Heimatland gleichfalls bei der LBMA gelistet ist (auch die Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt AG gehört zum Umicore-Konzern). Die Markenrechte der Degussa übrigens hat August von Finck junior 2010 für den Edelmetallhandel (Degussa Sonne/Mond Goldhandel GmbH) erworben.

Freitag, 30. Januar 2015

Goldreserven der Notenbanken im Januar 2015


Die offiziellen Goldreserven der Zentralbanken oder Notenbanken und internationaler Organisationen belaufen sich im Januar 2015 nach Angaben des Word Gold Council auf insgesamt 32.099,2 Tonnen. Hier die Top 13:

Rang
Staat oder Organisation
Tonnen
1
USA
8.133,5
2
Deutschland
3.384,2
3
Internationaler Währungsfonds
2.814,0
4
Italien
2.451,8
5
Frankreich
2.435,4
6
Russland
1.187,5
7
China
1.054,1
8
Schweiz
1.040,0
9
Japan
765,2
10
Niederlande
612,5
11
Indien
557,7
12
Türkei
533,0
13
Europäische Zentralbank
503,2

Welt insgesamt
32.099,2

Die komplette Liste mit 100 Staaten und Organisationen finden Sie hier.

Den größten Zuwachs seit Januar 2014 hatte Russland zu verzeichnen. Dort wuchs die Reserve um 172,4 Tonnen von 1.015,1 auf 1.187,5 Tonnen Das kleine Mauritius hat seine Goldreserven von 3,9 auf 7,9 Tonnen mehr als verdoppelt, ebenso Mosambik von 2,8 auf 6,4 Tonnen. Der Irak stockte von 29,8 gar auf 89,8 Tonnen auf.

Dafür sanken die Reserven der Ukraine von 41,7 auf 23,6 Tonnen. Die deutsche Reserve nahm von 3.387,1 auf 3.384,2 Tonnen ab. Knapp 3 Tonnen wurden für das Prägen von Münzen verwendet.

Weitere Informationen zu den Goldreserven der Deutschen Bundesbank finden Sie hier.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Margenerhöhungen für Edelmetall-Futures


Vor wenigen Tagen, zum 5. Dezember 2014, haben COMEX und NYMEX ihre Margen für Silber-, Platin- und Palladium-Terminkontrakte angehoben, nachdem diese seit September/Oktober 2011 ständig gefallen sind (mit Ausnahme einer Anhebung im April 2013).


alt
alt
neu
neu
Margen
initial
maintenance
initial
maintenance
Silber
6.050
5.500
7.150
6.500
Platin
1.980
1.800
2.200
2.000
Palladium
3.750
3.250
4.400
4.000

Deutet sich damit ein Aufwärtstrend bei den Edelmetallpreisen an? Nicht wirklich. Die aktuellen Kurse liegen jedenfalls deutlich unterhalb der Kursniveaus zur Zeit der letzten Margensenkungen im August und Oktober 2014. Siehe zur Problematik diesen älteren Beitrag im Edelmetall-Blog.

Montag, 1. Dezember 2014

Karat Gold


Hochwertiger Schmuck weist einen Feingehalt von mindestens 750 Tausendteilen auf. Bei Goldschmuck trifft man häufig auch auf Feingehaltsangaben in Karat (1 Karat = 1/24 Feingehalt – 18 Karat = 18/24 Feingehalt usw. – siehe Tabelle), welche natürlich eine andere Bedeutung haben als die Gewichtsangaben bei Edelsteinen (1 Karat = 200 Milligramm oder 5 Karat = 1 Gramm). Zur Unterscheidung lautet die Abkürzung für Karat bei der Feingehaltsangabe "kt" und bei Edelsteinen "ct".

Karat
Gewichtspromille Gold in der Legierung
im Handel als
24 kt
999
Feingold 999
22 kt
916 2/3
Gold 916
20 kt
833 1/3
Gold 833
18 kt
750
Gold 750
14 kt
583 1/3
Gold 585
10 kt
416 2/3
Gold 417
9 kt
375
Gold 375
8 kt
333 1/3
Gold 333

Diese 24er-Einteilung geht auf ein vor über 2.500 Jahren in Lydien entwickeltes Verfahren zur Ermittlung des Reinheitsgrades von Gold zurück, welches heute noch gebräuchlich ist. Verwendet wird ein geschliffener Prüf- oder Probierstein, von den Ägyptern "Lydischer Stein" genannt, heute als Lydit oder schwarzer Radiolarit bekannt. Das zu prüfende Objekt wird an diesem Stein gerieben. Die Spur wird mit den Strichen eines 24-teiligen Satzes von Nadeln mit abgestuften Feingehalten verglichen. Nadel 24 besteht aus 999er Feingold.

Die bevorzugten Legierungen für Goldschmuck weisen regionale Unterschiede auf. Während in Amerika 585er Gold am beliebtesten ist, dominieren im Nahen Osten die kräftig goldgelben Feingehalte von 833 bis 916 und in Südostasien sogar Feingold. Blassere Goldfarben mit niedrigerem Feingehalt werden in Nordeuropa geschätzt. 965er Gold ist in Thailand üblich und wird daher auch Thaigold genannt. 950er Gold verwendet man gerne in Österreich. In Frankreich ist 920er Gold gebräuchlich und wird dort mit einem Männerkopf und der Zahl 1 gestempelt. In Italien wird 900er Gold mit einem Jupiterkopf und der Zahl 1 punziert.

Quelle: Das Edelmetall-Buch, S. 97 f

Freitag, 7. November 2014

Neues Gold-Fixing in London


Wie die LBMA heute mitteilte, soll nach dem Silber-Fixing (15. August 2014) auch die Festlegung des Goldpreises auf eine neue Grundlage gestellt werden. Als Partner für die neue Methodik wurde die ICE Benchmark Administration (IBA) ausgewählt. Die Umstellung soll im 1. Quartal 2015 erfolgen.

Freitag, 10. Oktober 2014

Gold-Silber-Ratio


"Silber hat extremes Aufholpotenzial", berichtet Goldreporter.de am heutigen 10. Oktober 2014. Und weiter: "Silber ist gegenüber Gold so stark unterbewertet, wie seit dem Jahr 2010 nicht mehr. Für eine Unze Gold muss man derzeit knapp 71 Unzen Silber hinlegen." Die Gold-Silber-Ratio liegt also bei 71.

Nun bin ich zwar auch der Ansicht, dass Silber unterbewertet ist. Aber die Gold-Silber-Ratio halte ich für ein schwaches Argument. Im Edelmetall-Buch beschäftige ich mich ausführlich mit dem Thema und komme zu folgendem Ergebnis (S. 158 f):

Früher "wurden Silber und Gold früher zum großen Teil für ähnliche Zwecke benutzt (Kurantgeld, Schmuck, Prunk, Wertanlage), was ein relativ festes Verhältnis der Preise begünstigte. Heute jedoch driften die Anwendungsgebiete von Gold und Silber immer weiter auseinander. Denn beim Silber gibt es einen stark steigenden Industriebedarf im Bereich der Zukunftstechnologien, während Gold hauptsächlich für Schmuck und Geldanlage (Barren und Münzen) nachgefragt wird.

In der Praxis regeln Angebot und Nachfrage (und leider auch Manipulationen) die Preise. Bei den jeweils eigenen Rollen, die Gold und Silber in ihren spezifischen Marktsegmenten spielen, können sich ihre Preise daher eigenständig und in verschiedene Richtungen bewegen. Und somit haben wir kaum einen triftigen Grund, warum sie miteinander verknüpft sein und auch noch in einem festen Verhältnis zueinander stehen sollten.

Fazit: Eine 'natürliche' Gold-Silber-Ratio gibt es nicht. Spezielle Rahmenbedingungen sorgten bis vor etwa 150 Jahren für ein relativ konstantes Preisverhältnis, aber die Rahmenbedingungen haben sich geändert und die alten Verhältnisse werden wohl nicht wiederkommen."