Donnerstag, 16. Mai 2013

Isotope der Platinmetalle


Isotope sind Nuklide eines Elements mit identischer Zahl von Protonen, aber einer abweichenden Zahl von Neutronen im Atomkern. Dies führt zu unterschiedlichen Atomgewichten.

Durch neue Entdeckungen im Jahr 2011 hat sich die Zahl der bekannten Isotope bei den Platinmetallen erhöht:

Element
Zahl der bekannten Isotope (davon natürlich)
Bandbreite der bekannten Atomgewichte
Ruthenium
38 (7)
87–124
Rhodium
38 (1)
89–126
Palladium
38 (6)
91–128
Osmium
43 (7)
161–203
Iridium
42 (2)
164–205
Platin
44 (6)
166–209
Quelle: Platinum Metals Review, Heft 4/2012, S. 271

Die meisten dieser Isotope wurden durch Neutronen-Beschuss künstlich erzeugt. In der PGM Database (einer Übersicht der chemischen, physikalischen und mechanischen Eigenschaften der Platingruppenmetalle) werden nur die natürlich vorkommenden Isotope mit der Häufigkeit ihres Auftretens genannt.

Freitag, 10. Mai 2013

Goldboom in China und Indien


Während Großbanken an der Wall Street wie Goldman Sachs und JPMorgan den Goldpreis mit umfangreichen Leerverkäufen auf dem Terminmarkt zu drücken versuchen, durchkreuzen Käufer großer Mengen physischen Goldes in China und Indien ihre Pläne. Dies soll eine Goldflaute sein? Hier zur Illustration einige Auszüge aus Pressemeldungen…

"Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, sind die Bestände des SPDR Gold Trust am Dienstag auf 1.057,79 Tonnen gefallen – der geringste Wert seit März 2009.

Gleichzeitig sind die chinesischen Goldimporte aus Hongkong im März auf ein Allzeithoch bei 223,52 Tonnen gestiegen. Gegenüber dem Vormonat Februar mit 97,11 Tonnen ist dies mehr als eine Verdoppelung. Dabei sind dies noch Daten aus der Zeit vor dem Einbruch des Goldpreises Mitte April, was bedeutet, dass angesichts der Berichte über eine zuletzt enorm gestiegene Nachfrage in der Region die Importe im April noch einmal deutlich gestiegen sein dürften.

Auch in Indien hat die Nachfrage nach Gold enorm zugelegt, wozu neben des Preisrückgangs auch die beginnende Hochzeitssaison und das anstehende hinduistische Fest Akshaya Tritiya am 13. Mai beitragen, zu dem traditionell Gold verschenkt wird. Unter Berufung auf Bachhraj Bamalwa, den früheren Chef der All India Gems & Jewellery Trade Federation, berichtet Bloomberg, dass indische Schmuckhändler mittlerweile einen Aufschlag von zehn bis zwölf US-Dollar pro Unze auf den Londoner Spot-Preis zahlten, um eine Lieferung zu gewährleisten. Vor dem Preiseinbruch Mitte April seien es zwei US-Dollar gewesen" (Quelle: Handelsblatt, 8. Mai 2013).

"Insgesamt 300 Tonnen Gold – so wird geschätzt – kauften die Chinesen in dieser Goldenen Woche. Das sind immerhin zehn Prozent der jährlichen globalen Goldproduktion. Angesichts dieser Nachfrage aus China stiegen die Goldpreise wieder – zeitweise bis auf 1.460 Dollar pro Unze. Die so übermächtig erscheinenden Wall-Street-Banken, die den Goldpreis unter 1.300 Dollar drücken wollten, konnten sich nicht durchsetzen. Zumindest kurzfristig siegten damit die chinesischen Goldfrauen über die amerikanischen Goldmänner" (Quelle:  Manager Magazin, 7. Mai 2013).

"Am heftigsten schlagen die Goldkauf-Touristen in der unabhängigen Region Hongkong zu. Denn hier liegen die Preise einige Prozent niedriger als im restlichen China. (…) Jeden Monat nehmen Privatleute und Händler weit über hundert Tonnen Gold von Hongkong mit nach China. Im Jahr 2012 waren es 830 Tonnen, eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Dabei handelt es sich um ein halbes Prozent der Goldmenge, die der Mensch überhaupt bisher gefördert hat" (Quelle:  Handelsblatt, 2. Mai 2013).

Freitag, 26. April 2013

Steigende Rohstoffpreise?


Im Edelmetall-Buch beschäftige ich mich in einem eigenen Kapitel ausführlich mit der globalen Rohstoffsituation. Gemeint sind zwar in erster Linie Bodenschätze wie Edelmetalle. Näher betrachtet werden außerdem Seltenerdmetalle (Seltene Erden) sowie die Technologiemetalle Gallium, Indium, Germanium und Rhenium. Doch die Ausführungen lassen sich durchaus verallgemeinern.

Rohstoffe sind bekanntlich erheblichen Preisschwankungen unterworfen. Deren Ursachen habe ich dargestellt und diskutiert und zusammenfassend die folgende Übersicht entwickelt:

Gründe für STEIGENDE Rohstoffpreise
Gründe für FALLENDE Rohstoffpreise
·       Wirtschaftswachstum
·       Krise, Rezession
·       Steigende Nachfrage durch wachsenden Wohlstand und Konsum (BRIC-Staaten usw.)
·       Sinkende Nachfrage (z. B. durch die Entwicklung alternativer oder besserer Produkte, Materialien oder Verfahren)
·       Steigende Nachfrage durch globales Bevölkerungswachstum
·       Verzicht auf Konsum (Suffizienz)
·       Erschöpfen bekannter Rohstoffvorkommen
·       Entdeckung neuer Rohstoffvorkommen
·       Sinkende Explorationsanstrengungen und Investitionen
·       Steigende Explorationsanstrengungen und Investitionen
·       Sinkende Rohstoffgehalte im Gestein
·       Bessere Gewinnungsverfahren
·       Vorkommen immer schlechter zugänglich (gut erreichbare Lagerstätten wurden zuerst ausgebeutet)
·        
·       Steigende Erschließungskosten
·       Bessere Erschließungsverfahren
·       Steigende Kapitalkosten
·       Sinkende Kapitalkosten
·       Steigende Produktionskosten (Energie, Löhne, Maschinen, Transport usw.)
·       Effizienzsteigerungen (Verfahren, Arbeitsorganisation usw.)
·       Behinderungen des freien Handels, Ausnutzung von Monopolmacht, Lieferrisiken, Länderkonzentration, Firmenkonzentration
·       Verzicht kritischer Staaten (wie China) auf Handelsrestriktionen, Ausfuhrbeschränkungen, monopolistische Preisbildung usw.
·       Gefährdung von Minen und Projekten durch Enteignungen, Unruhen, Bürgerkriege usw.
·       Befriedung von Konflikten
·       Spekulationen und Manipulationen am Rohstoffmarkt
·       Spekulationen und Manipulationen am Rohstoffmarkt

Zwischenfazit: "Daher wird es immer ein gewisses Auf und Ab am Markt geben. Kurz- und mittelfristig können Preise sich in beide Richtungen bewegen. Langfristig wird es jedoch schwierig werden, erschöpfte Rohstoffvorkommen, sinkende Rohstoffgehalte, steigende Erschließungskosten und dergleichen zu kompensieren. Langfristig dürften die Preise daher anziehen.

Vielleicht lassen die bisherigen Ausführungen sogar folgende These zu: Die Rohstoffpreise steigen in jedem Fall. Entweder akzeptieren die Weltmärkte die zunehmenden Produktionskosten und zahlen die notwendigen höheren Preise, damit Minen wirtschaftlich fördern können. Oder die Weltmärkte akzeptieren die steigenden Produktionskosten nicht, aber dann geht die Förderung zurück und die Preise steigen trotzdem, weil die Rohstoffe knapper werden" (Das Edelmetall-Buch, S. 52 f).

Donnerstag, 25. April 2013

Silber: Angebot und Nachfrage 2011 und 2012


Soeben hat das Silver Institute die neuesten Zahlen über Angebot und Nachfrage auf dem Silbermarkt bekannt gegeben. Frühere Informationen (im November veröffentlichte Schätzungen) wurden damit aktualisiert.

Erfahrungsgemäß ist damit zu rechnen, dass die Angaben in den nächsten Jahren noch korrigiert werden.

Weitere Analysen finden Sie im Edelmetall-Buch.

Silberangebot in Tonnen
2011
2012
Minenproduktion
23.545
24.478
Zentralbankverkäufe
373
230
Recycling
8.028
7.897
Produzenten-Hedging
379
0
Gesamt
32.329
32.606
Eigene Umrechnung von Unzen in Tonnen
Silbernachfrage in Tonnen
2011
2012
Industrieproduktion
15.172
14.491
Fotografie
2.056
1.798
Schmuckindustrie
5.801
5.773
Tafelsilber
1.502
1.397
Münzen und Medaillen
3.680
2.883
Produzenten-Dehedging
0
1.291
Netto-Investment (Sonstiges)
4.115
4.977
Gesamt
32.329
32.606
Spätere Korrekturen der Angaben sind möglich.
Quelle: The Silver Institute (www.silverinstitute.org)

Dienstag, 16. April 2013

COMEX erhöht Margen bei fallenden Preisen


Zum heutigen 16. April 2013 hat die COMEX (CME Group) ihre Margenanforderungen für Edelmetall-Futures mal wieder angehoben (alle Angaben in U.S.-Dollar je Terminkontrakt). Vorher sind die Margen seit Februar 2012 in mehreren Schritten gesenkt worden (siehe auch Das Edelmetall-Buch, S. 151 ff).


alt
alt
neu
neu

initial
maintenance
initial
maintenance
Gold
5.940
5.400
7.040
6.400
Silber
10.450
9.500
12.375
11.250
Platin
2.585
2.350
3.080
2.800
Palladium
3.850
3.500
4.400
4.000

Was sind Edelmetalle?


Edelmetalle zeichnen sich im Vergleich zu anderen Metallen durch eine besondere Korrosionsbeständigkeit aus. Bei alltäglichen Umgebungsbedingungen oxidieren sie nicht oder kaum.

Zu den klassischen Edelmetallen gehören neben Gold, Silber, Platin und Palladium auch Ruthenium, Rhodium, Osmium, Iridium und Quecksilber. Daneben gibt es die Halbedelmetalle Kupfer, Technetium, Rhenium, Antimon, Bismut und Polonium.

Quecksilber als Edelmetall mag überraschen, weil es bei gewöhnlichen Temperaturen flüssig ist und erst unterhalb seines Schmelzpunkts von ‑38,89 °C erstarrt. Ausschlaggebend ist hier jedoch nicht der Aggregatzustand (fest, flüssig oder gasförmig), sondern das Normalpotential gegenüber der Wasserstoffelektrode. Für Chemiker drückt dieser Wert aus, ob ein Metall von verdünnten Säuren angegriffen wird. Bei einem positiven Wert ist dies nicht der Fall. Korrosions- und Säurebeständigkeit machen ja gerade das "Edle" der Edelmetalle aus.

Alle Edelmetalle und Halbedelmetalle haben positive Werte, sind also weitgehend resistent gegen Säuren. Gold hat das höchste Normalpotential, noch vor Platin, Iridium, Palladium, Osmium, Silber, Quecksilber, Polonium, Rhodium und Ruthenium. Dann folgen Kupfer und die anderen Halbedelmetalle. Die Grenze zwischen Edel- und Halbedelmetallen wird etwas willkürlich und auch nicht einheitlich zwischen Ruthenium und Kupfer gezogen. Polonium zählt vermutlich wegen seiner Radioaktivität nicht zu den klassischen Edelmetallen.

Aufgrund theoretischer Überlegungen zählen ferner die instabilen radioaktiven Elemente Bohrium, Hassium, Meitnerium, Darmstadtium, Roentgenium und Copernicium zu den Edelmetallen. Wegen ihrer Kurzlebigkeit sind sie freilich ohne praktische Bedeutung und nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Den Beweis für ihre Korrosionsbeständigkeit bleiben sie ohnehin schuldig, weil sie schneller zerfallen, als sie korrodieren können.

Die folgende Übersicht listet die Metalle in jeder Spalte nach ihren Ordnungszahlen:

Klassische Edelmetalle
Halbedelmetalle
Theoretische Edelmetalle
Ruthenium
Kupfer
Bohrium
Rhodium
Technetium
Hassium
Palladium
Antimon
Meitnerium
Silber
Rhenium
Darmstadtium
Osmium
Bismut
Roentgenium
Iridium
Polonium
Copernicium
Platin


Gold


Quecksilber



Geschickt wischt das schweizerische Bundesgesetz über die Kontrolle des Verkehrs mit Edelmetallen und Edelmetallwaren (Edelmetallkontrollgesetz, EMKG) alle chemischen und physikalischen Zuordnungsprobleme beiseite. In Artikel 1 findet sich die Formulierung "Edelmetalle im Sinne dieses Gesetzes sind Gold, Silber, Platin und Palladium."

Mehr dazu können Sie im Edelmetall-Buch nachlesen. 

Freitag, 12. April 2013

Rhodium: Angebot und Nachfrage 2010 bis 2012


Die Gesamtnachfrage beim Rhodium bewegte sich 2012 deutlich oberhalb der Größenordnung der Vorjahre (im Depressionsjahr 2009 war sie gar auf 22.270 Kilogramm gefallen). Auch bei diesem Platinmetall wurde 2012 auf Lagerbestände zurückgegriffen, von denen nach Jahren der Überproduktion genügend vorhanden sein müssen.

Der kräftige Anstieg in der Kategorie "Sonstige" erklärt sich vor allem durch ein wachsendes Interesse von Investmentfirmen, die Rhodium beispielsweise für physisch hinterlegte Fonds (wie den db Physical Rhodium ETC der Deutschen Bank) erwerben. Rhodium scheint verstärkt in das Blickfeld von Anlegern zu geraten. Kein Wunder also, dass es seit Februar 2013 auch Rhodiumbarren gibt.

Nach seinem Allzeithoch von 10.100 U.S.-Dollar am 19. Juni 2008 (mehr dazu im Edelmetall-Buch, S. 198 f) lag der Rhodiumpreis 2012 bei durchschnittlich 1.276 Dollar.

Aktualisierte Zahlen finden Sie hier.

Rhodiumangebot in Kilogramm
2010
2011
2012*
Minenproduktion
22.830
23.794
21.866
Recycling
7.496
8.709
7.060
Gesamt
30.326
32.503
28.926
Eigene Umrechnung von Unzen in Kilogramm – * = erwartet
Rhodiumnachfrage in Kilogramm
2010
2011
2012*
Chemische Industrie
2.084
2.239
2.613
Elektroindustrie
124
156
187
Fahrzeugkatalysatoren
22.612
22.146
24.199
Glasindustrie
2.115
2.426
1.151
Sonstige
653
1.213
2.115
Gesamt
27.589
28.180
30.264
Lagerbestände (Puffer)
2.737
4.323
-1.337
Spätere Korrekturen der Angaben sind möglich.
Quelle: Johnson Matthey (www.platinum.matthey.com)