Samstag, 18. Mai 2013

Platin: Angebot und Nachfrage 2012 (aktualisiert)


Angebot und Nachfrage auf dem Platinmarkt von 2010 bis 2012 sind der folgenden Übersicht zu entnehmen. Lieferengpässe (mehr dazu im Edelmetall-Buch, S. 166) machten 2012 einen Rückgriff auf vorhandene Lagerbestände erforderlich.

Mit diesen Zahlen – veröffentlicht Mitte Mai 2013 – wurden die bisherigen Schätzungen aus dem November 2012 aktualisiert.

Platinangebot in Kilogramm
2010
2011
2012
Minenproduktion
188.176
201.706
175.424
Recycling
56.919
64.073
63.140
Gesamt
245.095
265.779
238.564
Eigene Umrechnung von Unzen in Kilogramm
Platinnachfrage in Kilogramm
2010
2011
2012
Chemische Industrie
13.686
14.619
13.997
Elektroindustrie
7.154
7.154
5.132
Fahrzeugkatalysatoren
95.643
99.065
100.775
Glasindustrie
11.975
16.018
5.599
Medizin
7.154
7.154
7.309
Ölindustrie
5.288
6.532
6.221
Schmuckindustrie
75.270
76.981
86.468
Sonstige
9.331
9.953
10.575
Investment
20.373
14.308
14.152
Gesamt
245.873
251.783
250.227
Lagerbestände (Puffer)
-778
13.997
-11.664
Spätere Korrekturen der Angaben sind möglich.
Quelle: Johnson Matthey (www.platinum.matthey.com)

Palladium: Angebot und Nachfrage 2012 (aktualisiert)


Angebot und Nachfrage auf dem Palladiummarkt von 2010 bis 2012 zeigt die folgende Tabelle. Die wie beim Platin aufgetretenen Lieferengpässe (mehr dazu im Edelmetall-Buch, S. 180) erzwangen 2012 einen Abbau vorhandener Lagerbestände.

Mit diesen Zahlen – veröffentlicht Mitte Mai 2013 – wurden die bisherigen Schätzungen aus dem November 2012 aktualisiert.

Palladiumangebot in Kilogramm
2010
2011
2012
Minenproduktion
228.766
228.922
203.572
Recycling
57.541
74.182
70.916
Gesamt
286.308
303.103
274.488
Eigene Umrechnung von Unzen in Kilogramm
Palladiumnachfrage in Kilogramm
2010
2011
2012
Chemische Industrie
11.508
13.686
16.485
Elektroindustrie
43.856
42.767
37.324
Fahrzeugkatalysatoren
173.557
191.442
205.749
Schmuckindustrie
18.507
15.707
13.841
Zahnmedizin
18.507
16.796
16.485
Sonstige
2.799
3.421
3.266
Investment
34.058
-17.573
14.619
Gesamt
302.792
266.246
307.769
Lagerbestände (Puffer)
-16.485
36.858
-33.281
Spätere Korrekturen der Angaben sind möglich.
Quelle: Johnson Matthey (www.platinum.matthey.com)

Rhodium: Angebot und Nachfrage 2012 (aktualisiert)


Die Gesamtnachfrage beim Rhodium bewegte sich 2012 deutlich oberhalb der Größenordnung der Vorjahre. Die Produktion (Förderung und Recycling) hingegen fiel etwa auf den Wert von 2010. Lieferengpässe des Hauptförderlandes Südafrika machten sich auch beim Rhodium bemerkbar.

Mit diesen Zahlen – veröffentlicht Mitte Mai 2013 – wurden die bisherigen Schätzungen aus dem November 2012 aktualisiert.

Der kräftige Anstieg in der Kategorie "Sonstige" erklärt sich vor allem durch ein wachsendes Interesse von Investmentfirmen, die Rhodium beispielsweise für physisch hinterlegte Fonds erwerben. Der db Physical Rhodium ETC der Deutschen Bank legte im Jahr 2012 um 1.132,2 Kilogramm zu.

Dieses Edelmetall gerät verstärkt in das Blickfeld von Anlegern. Kein Wunder also, dass es neuerdings auch Rhodiumbarren gibt. In Europa wurden im Jahr 2012 immerhin 186,6 Kilogramm Rhodium zu Barren verarbeitet.

Nach seinem Allzeithoch von 10.100 U.S.-Dollar am 19. Juni 2008 (mehr dazu im Edelmetall-Buch, S. 198 f) lag der Rhodiumpreis 2012 bei durchschnittlich 1.276 Dollar.

Rhodiumangebot in Kilogramm
2010
2011
2012
Minenproduktion
22.830
23.794
22.457
Recycling
7.496
8.616
8.056
Gesamt
30.326
32.410
30.513
Eigene Umrechnung von Unzen in Kilogramm
Rhodiumnachfrage in Kilogramm
2010
2011
2012
Chemische Industrie
2.084
2.239
2.519
Elektroindustrie
124
187
187
Fahrzeugkatalysatoren
22.612
22.239
24.323
Glasindustrie
2.115
2.395
964
Sonstige
653
1.182
2.053
Gesamt
27.589
28.242
30.046
Lagerbestände (Puffer)
2.737
4.168
467
Spätere Korrekturen der Angaben sind möglich.
Quelle: Johnson Matthey (www.platinum.matthey.com)

Donnerstag, 16. Mai 2013

Isotope der Platinmetalle


Isotope sind Nuklide eines Elements mit identischer Zahl von Protonen, aber einer abweichenden Zahl von Neutronen im Atomkern. Dies führt zu unterschiedlichen Atomgewichten.

Durch neue Entdeckungen im Jahr 2011 hat sich die Zahl der bekannten Isotope bei den Platinmetallen erhöht:

Element
Zahl der bekannten Isotope (davon natürlich)
Bandbreite der bekannten Atomgewichte
Ruthenium
38 (7)
87–124
Rhodium
38 (1)
89–126
Palladium
38 (6)
91–128
Osmium
43 (7)
161–203
Iridium
42 (2)
164–205
Platin
44 (6)
166–209
Quelle: Platinum Metals Review, Heft 4/2012, S. 271

Die meisten dieser Isotope wurden durch Neutronen-Beschuss künstlich erzeugt. In der PGM Database (einer Übersicht der chemischen, physikalischen und mechanischen Eigenschaften der Platingruppenmetalle) werden nur die natürlich vorkommenden Isotope mit der Häufigkeit ihres Auftretens genannt.

Freitag, 10. Mai 2013

Goldboom in China und Indien


Während Großbanken an der Wall Street wie Goldman Sachs und JPMorgan den Goldpreis mit umfangreichen Leerverkäufen auf dem Terminmarkt zu drücken versuchen, durchkreuzen Käufer großer Mengen physischen Goldes in China und Indien ihre Pläne. Dies soll eine Goldflaute sein? Hier zur Illustration einige Auszüge aus Pressemeldungen…

"Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, sind die Bestände des SPDR Gold Trust am Dienstag auf 1.057,79 Tonnen gefallen – der geringste Wert seit März 2009.

Gleichzeitig sind die chinesischen Goldimporte aus Hongkong im März auf ein Allzeithoch bei 223,52 Tonnen gestiegen. Gegenüber dem Vormonat Februar mit 97,11 Tonnen ist dies mehr als eine Verdoppelung. Dabei sind dies noch Daten aus der Zeit vor dem Einbruch des Goldpreises Mitte April, was bedeutet, dass angesichts der Berichte über eine zuletzt enorm gestiegene Nachfrage in der Region die Importe im April noch einmal deutlich gestiegen sein dürften.

Auch in Indien hat die Nachfrage nach Gold enorm zugelegt, wozu neben des Preisrückgangs auch die beginnende Hochzeitssaison und das anstehende hinduistische Fest Akshaya Tritiya am 13. Mai beitragen, zu dem traditionell Gold verschenkt wird. Unter Berufung auf Bachhraj Bamalwa, den früheren Chef der All India Gems & Jewellery Trade Federation, berichtet Bloomberg, dass indische Schmuckhändler mittlerweile einen Aufschlag von zehn bis zwölf US-Dollar pro Unze auf den Londoner Spot-Preis zahlten, um eine Lieferung zu gewährleisten. Vor dem Preiseinbruch Mitte April seien es zwei US-Dollar gewesen" (Quelle: Handelsblatt, 8. Mai 2013).

"Insgesamt 300 Tonnen Gold – so wird geschätzt – kauften die Chinesen in dieser Goldenen Woche. Das sind immerhin zehn Prozent der jährlichen globalen Goldproduktion. Angesichts dieser Nachfrage aus China stiegen die Goldpreise wieder – zeitweise bis auf 1.460 Dollar pro Unze. Die so übermächtig erscheinenden Wall-Street-Banken, die den Goldpreis unter 1.300 Dollar drücken wollten, konnten sich nicht durchsetzen. Zumindest kurzfristig siegten damit die chinesischen Goldfrauen über die amerikanischen Goldmänner" (Quelle:  Manager Magazin, 7. Mai 2013).

"Am heftigsten schlagen die Goldkauf-Touristen in der unabhängigen Region Hongkong zu. Denn hier liegen die Preise einige Prozent niedriger als im restlichen China. (…) Jeden Monat nehmen Privatleute und Händler weit über hundert Tonnen Gold von Hongkong mit nach China. Im Jahr 2012 waren es 830 Tonnen, eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Dabei handelt es sich um ein halbes Prozent der Goldmenge, die der Mensch überhaupt bisher gefördert hat" (Quelle:  Handelsblatt, 2. Mai 2013).

Freitag, 26. April 2013

Steigende Rohstoffpreise?


Im Edelmetall-Buch beschäftige ich mich in einem eigenen Kapitel ausführlich mit der globalen Rohstoffsituation. Gemeint sind zwar in erster Linie Bodenschätze wie Edelmetalle. Näher betrachtet werden außerdem Seltenerdmetalle (Seltene Erden) sowie die Technologiemetalle Gallium, Indium, Germanium und Rhenium. Doch die Ausführungen lassen sich durchaus verallgemeinern.

Rohstoffe sind bekanntlich erheblichen Preisschwankungen unterworfen. Deren Ursachen habe ich dargestellt und diskutiert und zusammenfassend die folgende Übersicht entwickelt:

Gründe für STEIGENDE Rohstoffpreise
Gründe für FALLENDE Rohstoffpreise
·       Wirtschaftswachstum
·       Krise, Rezession
·       Steigende Nachfrage durch wachsenden Wohlstand und Konsum (BRIC-Staaten usw.)
·       Sinkende Nachfrage (z. B. durch die Entwicklung alternativer oder besserer Produkte, Materialien oder Verfahren)
·       Steigende Nachfrage durch globales Bevölkerungswachstum
·       Verzicht auf Konsum (Suffizienz)
·       Erschöpfen bekannter Rohstoffvorkommen
·       Entdeckung neuer Rohstoffvorkommen
·       Sinkende Explorationsanstrengungen und Investitionen
·       Steigende Explorationsanstrengungen und Investitionen
·       Sinkende Rohstoffgehalte im Gestein
·       Bessere Gewinnungsverfahren
·       Vorkommen immer schlechter zugänglich (gut erreichbare Lagerstätten wurden zuerst ausgebeutet)
·        
·       Steigende Erschließungskosten
·       Bessere Erschließungsverfahren
·       Steigende Kapitalkosten
·       Sinkende Kapitalkosten
·       Steigende Produktionskosten (Energie, Löhne, Maschinen, Transport usw.)
·       Effizienzsteigerungen (Verfahren, Arbeitsorganisation usw.)
·       Behinderungen des freien Handels, Ausnutzung von Monopolmacht, Lieferrisiken, Länderkonzentration, Firmenkonzentration
·       Verzicht kritischer Staaten (wie China) auf Handelsrestriktionen, Ausfuhrbeschränkungen, monopolistische Preisbildung usw.
·       Gefährdung von Minen und Projekten durch Enteignungen, Unruhen, Bürgerkriege usw.
·       Befriedung von Konflikten
·       Spekulationen und Manipulationen am Rohstoffmarkt
·       Spekulationen und Manipulationen am Rohstoffmarkt

Zwischenfazit: "Daher wird es immer ein gewisses Auf und Ab am Markt geben. Kurz- und mittelfristig können Preise sich in beide Richtungen bewegen. Langfristig wird es jedoch schwierig werden, erschöpfte Rohstoffvorkommen, sinkende Rohstoffgehalte, steigende Erschließungskosten und dergleichen zu kompensieren. Langfristig dürften die Preise daher anziehen.

Vielleicht lassen die bisherigen Ausführungen sogar folgende These zu: Die Rohstoffpreise steigen in jedem Fall. Entweder akzeptieren die Weltmärkte die zunehmenden Produktionskosten und zahlen die notwendigen höheren Preise, damit Minen wirtschaftlich fördern können. Oder die Weltmärkte akzeptieren die steigenden Produktionskosten nicht, aber dann geht die Förderung zurück und die Preise steigen trotzdem, weil die Rohstoffe knapper werden" (Das Edelmetall-Buch, S. 52 f).

Donnerstag, 25. April 2013

Silber: Angebot und Nachfrage 2011 und 2012


Soeben hat das Silver Institute die neuesten Zahlen über Angebot und Nachfrage auf dem Silbermarkt bekannt gegeben. Frühere Informationen (im November veröffentlichte Schätzungen) wurden damit aktualisiert.

Erfahrungsgemäß ist damit zu rechnen, dass die Angaben in den nächsten Jahren noch korrigiert werden.

Weitere Analysen finden Sie im Edelmetall-Buch.

Silberangebot in Tonnen
2011
2012
Minenproduktion
23.545
24.478
Zentralbankverkäufe
373
230
Recycling
8.028
7.897
Produzenten-Hedging
379
0
Gesamt
32.329
32.606
Eigene Umrechnung von Unzen in Tonnen
Silbernachfrage in Tonnen
2011
2012
Industrieproduktion
15.172
14.491
Fotografie
2.056
1.798
Schmuckindustrie
5.801
5.773
Tafelsilber
1.502
1.397
Münzen und Medaillen
3.680
2.883
Produzenten-Dehedging
0
1.291
Netto-Investment (Sonstiges)
4.115
4.977
Gesamt
32.329
32.606
Spätere Korrekturen der Angaben sind möglich.
Quelle: The Silver Institute (www.silverinstitute.org)