Dienstag, 16. April 2013

COMEX erhöht Margen bei fallenden Preisen


Zum heutigen 16. April 2013 hat die COMEX (CME Group) ihre Margenanforderungen für Edelmetall-Futures mal wieder angehoben (alle Angaben in U.S.-Dollar je Terminkontrakt). Vorher sind die Margen seit Februar 2012 in mehreren Schritten gesenkt worden (siehe auch Das Edelmetall-Buch, S. 151 ff).


alt
alt
neu
neu

initial
maintenance
initial
maintenance
Gold
5.940
5.400
7.040
6.400
Silber
10.450
9.500
12.375
11.250
Platin
2.585
2.350
3.080
2.800
Palladium
3.850
3.500
4.400
4.000

Was sind Edelmetalle?


Edelmetalle zeichnen sich im Vergleich zu anderen Metallen durch eine besondere Korrosionsbeständigkeit aus. Bei alltäglichen Umgebungsbedingungen oxidieren sie nicht oder kaum.

Zu den klassischen Edelmetallen gehören neben Gold, Silber, Platin und Palladium auch Ruthenium, Rhodium, Osmium, Iridium und Quecksilber. Daneben gibt es die Halbedelmetalle Kupfer, Technetium, Rhenium, Antimon, Bismut und Polonium.

Quecksilber als Edelmetall mag überraschen, weil es bei gewöhnlichen Temperaturen flüssig ist und erst unterhalb seines Schmelzpunkts von ‑38,89 °C erstarrt. Ausschlaggebend ist hier jedoch nicht der Aggregatzustand (fest, flüssig oder gasförmig), sondern das Normalpotential gegenüber der Wasserstoffelektrode. Für Chemiker drückt dieser Wert aus, ob ein Metall von verdünnten Säuren angegriffen wird. Bei einem positiven Wert ist dies nicht der Fall. Korrosions- und Säurebeständigkeit machen ja gerade das "Edle" der Edelmetalle aus.

Alle Edelmetalle und Halbedelmetalle haben positive Werte, sind also weitgehend resistent gegen Säuren. Gold hat das höchste Normalpotential, noch vor Platin, Iridium, Palladium, Osmium, Silber, Quecksilber, Polonium, Rhodium und Ruthenium. Dann folgen Kupfer und die anderen Halbedelmetalle. Die Grenze zwischen Edel- und Halbedelmetallen wird etwas willkürlich und auch nicht einheitlich zwischen Ruthenium und Kupfer gezogen. Polonium zählt vermutlich wegen seiner Radioaktivität nicht zu den klassischen Edelmetallen.

Aufgrund theoretischer Überlegungen zählen ferner die instabilen radioaktiven Elemente Bohrium, Hassium, Meitnerium, Darmstadtium, Roentgenium und Copernicium zu den Edelmetallen. Wegen ihrer Kurzlebigkeit sind sie freilich ohne praktische Bedeutung und nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Den Beweis für ihre Korrosionsbeständigkeit bleiben sie ohnehin schuldig, weil sie schneller zerfallen, als sie korrodieren können.

Die folgende Übersicht listet die Metalle in jeder Spalte nach ihren Ordnungszahlen:

Klassische Edelmetalle
Halbedelmetalle
Theoretische Edelmetalle
Ruthenium
Kupfer
Bohrium
Rhodium
Technetium
Hassium
Palladium
Antimon
Meitnerium
Silber
Rhenium
Darmstadtium
Osmium
Bismut
Roentgenium
Iridium
Polonium
Copernicium
Platin


Gold


Quecksilber



Geschickt wischt das schweizerische Bundesgesetz über die Kontrolle des Verkehrs mit Edelmetallen und Edelmetallwaren (Edelmetallkontrollgesetz, EMKG) alle chemischen und physikalischen Zuordnungsprobleme beiseite. In Artikel 1 findet sich die Formulierung "Edelmetalle im Sinne dieses Gesetzes sind Gold, Silber, Platin und Palladium."

Mehr dazu können Sie im Edelmetall-Buch nachlesen. 

Freitag, 12. April 2013

Rhodium: Angebot und Nachfrage 2010 bis 2012


Die Gesamtnachfrage beim Rhodium bewegte sich 2012 deutlich oberhalb der Größenordnung der Vorjahre (im Depressionsjahr 2009 war sie gar auf 22.270 Kilogramm gefallen). Auch bei diesem Platinmetall wurde 2012 auf Lagerbestände zurückgegriffen, von denen nach Jahren der Überproduktion genügend vorhanden sein müssen.

Der kräftige Anstieg in der Kategorie "Sonstige" erklärt sich vor allem durch ein wachsendes Interesse von Investmentfirmen, die Rhodium beispielsweise für physisch hinterlegte Fonds (wie den db Physical Rhodium ETC der Deutschen Bank) erwerben. Rhodium scheint verstärkt in das Blickfeld von Anlegern zu geraten. Kein Wunder also, dass es seit Februar 2013 auch Rhodiumbarren gibt.

Nach seinem Allzeithoch von 10.100 U.S.-Dollar am 19. Juni 2008 (mehr dazu im Edelmetall-Buch, S. 198 f) lag der Rhodiumpreis 2012 bei durchschnittlich 1.276 Dollar.

Aktualisierte Zahlen finden Sie hier.

Rhodiumangebot in Kilogramm
2010
2011
2012*
Minenproduktion
22.830
23.794
21.866
Recycling
7.496
8.709
7.060
Gesamt
30.326
32.503
28.926
Eigene Umrechnung von Unzen in Kilogramm – * = erwartet
Rhodiumnachfrage in Kilogramm
2010
2011
2012*
Chemische Industrie
2.084
2.239
2.613
Elektroindustrie
124
156
187
Fahrzeugkatalysatoren
22.612
22.146
24.199
Glasindustrie
2.115
2.426
1.151
Sonstige
653
1.213
2.115
Gesamt
27.589
28.180
30.264
Lagerbestände (Puffer)
2.737
4.323
-1.337
Spätere Korrekturen der Angaben sind möglich.
Quelle: Johnson Matthey (www.platinum.matthey.com)

Donnerstag, 11. April 2013

Palladium: Angebot und Nachfrage 2010 bis 2012


Angebot und Nachfrage auf dem Palladiummarkt von 2010 bis 2012 zeigt die folgende Tabelle. Die wie beim Platin aufgetretenen Lieferengpässe (mehr dazu im Edelmetall-Buch, S. 180) erzwangen 2012 einen Abbau vorhandener Lagerbestände.

Aktualisierte Zahlen finden Sie hier.

Palladiumangebot in Kilogramm
2010
2011
2012*
Minenproduktion
228.766
228.922
204.350
Recycling
57.541
72.938
69.672
Gesamt
286.308
301.859
274.022
Eigene Umrechnung von Unzen in Kilogramm – * = erwartet
Palladiumnachfrage in Kilogramm
2010
2011
2012*
Chemische Industrie
11.508
13.841
16.485
Elektroindustrie
43.856
42.923
37.635
Fahrzeugkatalysatoren
173.557
187.554
201.551
Schmuckindustrie
18.507
15.707
13.997
Zahnmedizin
18.507
17.107
16.796
Sonstige
2.799
3.266
4.043
Investment
34.058
-17.573
11.975
Gesamt
302.792
262.824
302.481
Lagerbestände (Puffer)
-16.485
39.035
-28.460
Spätere Korrekturen der Angaben sind möglich.
Quelle: Johnson Matthey (www.platinum.matthey.com)

Mittwoch, 10. April 2013

Platin: Angebot und Nachfrage 2010 bis 2012


Angebot und Nachfrage auf dem Platinmarkt von 2010 bis 2012 sind der folgenden Übersicht zu entnehmen. Lieferengpässe (mehr dazu im Edelmetall-Buch, S. 166) machten 2012 einen Abbau vorhandener Lagerbestände erforderlich.

Bemerkenswert ist am Rande, dass die Angaben bei den Platinmetallen in Kilogramm (bzw. in Tausend Feinunzen) gemacht werden, und nicht – wie bei Gold, Silber und vielen anderen Rohstoffen – in Tonnen (bzw. in Millionen Feinunzen).

Aktualisierte Zahlen finden Sie hier.

Platinangebot in Kilogramm
2010
2011
2012*
Minenproduktion
188.176
201.551
181.644
Recycling
56.919
63.607
56.919
Gesamt
245.095
265.157
238.564
Eigene Umrechnung von Unzen in Kilogramm – * = erwartet
Platinnachfrage in Kilogramm
2010
2011
2012*
Chemische Industrie
13.686
14.619
13.997
Elektroindustrie
7.154
7.154
6.221
Fahrzeugkatalysatoren
95.643
96.576
95.488
Glasindustrie
11.975
17.262
6.998
Medizin
7.154
7.154
7.465
Ölindustrie
5.288
6.532
6.221
Schmuckindustrie
75.270
77.137
84.757
Sonstige
9.331
11.042
14.619
Investment
20.373
14.308
15.241
Gesamt
245.873
251.783
251.005
Lagerbestände (Puffer)
-778
13.374
-12.441
Spätere Korrekturen der Angaben sind möglich.
Quelle: Johnson Matthey (www.platinum.matthey.com)

Montag, 8. April 2013

Die Feinunze


Wer sich mit Edelmetallen beschäftigt, kommt an ihr nicht vorbei. Die Feinunze ist ein international gebräuchliches Maß für Gewichtsangaben bei Edelmetallen. Der Tageskurs von Gold (London Gold Fixing) wird in U.S.-Dollar, Britischen Pfund und Euro pro Feinunze festgelegt. Ebenso verhält es sich bei Platin und Palladium. Beim Silber (London Silver Fixing) erfolgen die Angaben in U.S.-Cent, Pence und Eurocent pro Feinunze.

Eine Feinunze (Troy Ounce, oz.tr.) entspricht 31,1034768 Gramm.

Das Wort Unze leitet sich von uncia ab, dem lateinischen Wort für Zwölftel. Gemeint ist ein Zwölftel eines Troy-Pfunds (Troy Pound, lb.tr.). Troy bezieht sich hier auf die französische Stadt Troyes in der Champagne, im Mittelalter ein wichtiger Handelsplatz. Dort entstand einer der ersten europäischen Geldmärkte.

Die Feinunze darf nicht mit der "gewöhnlichen" Unze verwechselt werden, die beispielsweise in angloamerikanischen Ländern für Gewichtsangaben bei Lebensmitteln benutzt wird und 28,349523125 Gramm beträgt. Hier ergeben 16 Unzen ein Pfund. Daneben existieren weitere Unzen wie die Apotheker-Unze und die Flüssigkeits-Unze.

Mehr dazu finden Sie im Edelmetall-Buch.

Dienstag, 2. April 2013

Tipp: Angelaufenes Silber einfach reinigen


Das Edelmetall-Buch enthält auch praktische Tipps wie diesen:

Bei Münzen, Schmuck, Besteck und anderen Artikeln aus Silber stört immer wieder, dass sich durch in der Luft enthaltenen Schwefelwasserstoff an der Oberfläche eine hauchdünne Schicht Silbersulfid bildet, dass das edle Metall also "anläuft" und aufwändig geputzt werden muss. Schwer erreichbare Stellen fein gearbeiteter Strukturen bereiten hier besondere Probleme.

Als überaus einfache Alternative zum Putzen kann man die silbernen Gegenstände in ein Gefäß mit ausreichend heißem Wasser, Kochsalz sowie einem kleinen Stück Alufolie legen und einige Minuten abwarten. Das Silbersulfid wird reduziert und das Silber erhält seinen Glanz zurück (S. 138).